Hier werden einige häufig gestellte Fragen beantwortet. Die Liste wird immer wieder ergänzt. Anregungen nehmen wir gerne entgegen.
Wie kann ich an der Solawi teilnehmen?

Nach der Bieterrunde und dem Infotag ist in 2019 ein Einstieg möglich; An den Abholtagen vorbeikommen und Fragen stellen / Hofrundgang; Möglichkeit, Mitmachervereinbarug mit zu nehmen. Oder Mail an info@korer-kornspeicher.de

Was beinhalten die Ernteanteile (EA)?

1 EA Gemüse: Richtwert 80€ im Monat

1 EA Gemüse +  i.d.R. 6 Eier (je Woche) + ca. 4 Suppenhühner (im Jahr) +  500g Getreide (Roggen, Dinkel, Nackthafer) (je Woche):  Richtwert 110€ im Monat

1 EA Gemüse  + i.d.R. 6 Eier (je Woche) + ca. 4 Suppenhühner (im Jahr) + 500g Getreide (je Woche) + ca. 10-12kg Glanrindfleisch im Jahr: Richtwert 130€ im Monat;  Fleisch gibt es jeweils nach Vorankündigung.

Wo und wie kann ich meinen Ernteanteil abholen?

Abholtage am Hof sind Freitag, 12 bis 18 Uhr und Samstag, 9-12 Uhr. (Depotstelle: Zeiten erfragen bei Thomas,  Riemann.igb@t-online.de)

steht im Abholraum am Hof eine Tafel mit den Entnahmemengen für Euer Gemüse, Eier, Fleisch und Getreide. Falls ihr von weit her kommt ist es möglich, selbstverwaltet Fahrgemeinschaften zu bilden / Depot einzurichten (Wir vernetzen euch gerne).

Was ist der Unterschied zur Gemüsekiste?

Bei einer Gemüsekiste wird für einen Geldbetrag Ware geliefert. Die Ware kann (v.a. im Winter, bzw. bei typischen Zukaufserzeugnissen wie verarbeiteter Ware etc.) auch aus Zukauf stammen. In der Solawi leisten die Teilnehmer einen Beitrag zu einer biodiversitäts- und ressourcenerhaltenden Art der Nahrungserzeugung. Sie bekommen wöchentlich tagesfrisch ihre transparente lokale Gemüseernte zum Selbstkostenpreis. Sie bekommen Gemüse ohne Verpackungsmüll und lange Transportwege am Hof oder an Sammelstellen. Die Erzeugnisse verlieren ihren Preis und bekommen ihren Wert zurück. Überschüsse werden verarbeitet und konserviert, so dass Konserven wie fermentierte Gemüse (Sauerkraut etc.), Chutneys, Fruchtaufstriche etc. nicht mehr von den Solawiteilnehmern zugekauft werden müssen, sondern (für diejenigen die daran mitwirken wollen) selbst hergestellt werden.

Ist die Mithilfe der Mitmacher freiwillig?

Wir freuen uns sehr über Mithilfe und gegenseitigen Austausch, und zwar auf freiwilliger Basis! Die Möglichkeit, selbst dabei zu sein und im Kontakt zum „eigenen Hof“ und zu den anderen MitmacherInnen zu stehen, ist für viele MitmacherInnen und auch für uns elementar im Prozess eines lebendigen Kennenlernens, vor allem auch in der Wertschätzung der Arbeit, die in Eurem Gemüse steckt und im Geerdet-Sein, das während des Gärtnerns erfahrbar werden kann.

Warum gibt es eine Bieterrunde?

In einer Solidarischen Landwirtschaft werden nicht einzelne käufliche Produkte finanziert – im Gegenteil, die Produkte, die in  der Solawi erzeugt und untereinander aufgeteilt werden, gibt es noch viel zu selten zu kaufen. Wir arbeiten mit dem Kulturgut Saatgut an der Weiterverbreitung ursprünglicher, samenfester Gemüsesorten. Samenfeste Sorten haben mehr Trockenmasse, schmecken dadurch intensiver und haben mehr Nährstoffe. Daher schmecken z.B. samenfeste Möhrensorten wie Milan oder Rodelika „reichhaltiger“, süßer. Die Förderung samenfester Sorten, indem sie angebaut und gegessen werden, stellt einen Wert dar, den zu messen schwierig ist. Genauso wie der Wert der Ernährungsautonomie: Was bedeutet uns das Wiedererlangen und der Erhalt einer kleinbäuerliche Nahrungserzeugung, und die Art in welcher wir mit unserer Ressource Boden umgehen? Wir möchten in unserer Solawi verstärkt Elemente des biointensiven Gemüsebaus einsetzen, um auf kleinster Fläche eine hohe ressourcenschonende Produktivität zu erzielen.

Die Transparenz der Kosten und des Budgets ermöglicht der Solidargemeinschaft eine verantwortungsvolle Landwirtschaft mit zu gestalten. Im Gestalten einer fairen und nachhaltigen Lebensmittelerzeugung wächst das Gefühl für den Wert und damit einen verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Das solidarische Prinzip gilt umfassend: Es wird eine faire Entlohnung der Gärtner*innen und Landwirt*innen angestrebt, und unter den Mitgliedern findet ein finanzieller Ausgleich statt. Dies wird durch individuelle Gebote bei der Bieterrunde erreicht. Bei der Jahresbudgetberechnung wird ein Richtwert kommuniziert. Wenn ein Mitglied nicht den vollen Betrag zahlen kann, ist es möglich, einen niedrigeren Gebotsbetrag anzugeben. Dies wird ausgeglichen durch Mitglieder, die freiwillig und solidarisch einen etwas höheren Betrag als das Standardgebot zahlen. Nach 2-3 Bieterrunden ist das Jahresbudget i.d.R. gedeckt.

Wie läuft die Bieterrunde ab?

Wir stellen Euch alljährlich an der Mitgliederversammlung unsere Kalkulation vor, mit der wir das Jahresbudget errechnen (Jahresbudget : Zahl der Ernteanteile = Richtwert je Ernteanteil). Daraus wird ersichtlich, dass der Richtwert eigentlich erst feststehen kann, wenn definitiv klar ist wie viele Mitmacher unterzeichnen. Da wir dies vor der Gründer-(Mitglieder-)versammlung noch nicht wissen, gibt es Erfahrungswerte aus anderen Solawis, wenn – wie in unserem Fall – Richtwerte für Ernteanteile vor der Gründerversammlung kommuniziert werden. Es entscheidet also jede*r selbst wie viel er/sie/Single/ alleinerziehend/Großfamilie geben kann für die Zahl an Ernteanteilen die von der Menge her benötigt werden. Braucht z.B. eine 7-köpfige Familie 3 Ernteanteile für je 80€, gibt aber in der Summe nur 210€ anstatt 240€, so wird der Fehlbetrag duch die übrigen Gebote ausgeglichen. Gegenüber den Gärtner*innen und Landwirt*innen kommt das solidarische Prinzip zum Tragen, wenn nach  etwa 3 Bieterrunden das erforderliche Budget noch immer nicht gedeckt ist. Dann kann im Konsens beschlossen werden, entweder wie gesagt neue Mitmacher ins Boot zu holen oder die individuellen Gebotswerte um z.B. 5 oder 10€ zu erhöhen – je nachdem welchen Fehlbetrag es zu decken gilt. In der Regel ist aber nach 2-3 Bieterrunden das Budget gedeckt. Etwaige „Überschüsse“ fließen als Rücklagen für Investitionen ins nächste Jahr ein.